Erkenntnis allein genügt nicht.
Denn solange der Körper,
der zuerst erinnert,
noch an sich selbst haftet,
kann Solimia nicht fließen.
Was erkannt wurde,
muss auch entlassen werden.
Nur dann wird der Körper
zum klaren Gefäß.
Läuterung ist kein spiritueller Prozess.
Es ist keine Optimierung.
Keine Disziplin.
Kein Fortschritt.
Läuterung ist das vollständige Verschwinden
der Identifikation mit allem,
was dich je gehalten hat.
Nicht dein Schatten hält dich fest –
sondern deine Idee davon,
dass du ihn lösen musst.
Nicht dein Ego trennt dich –
sondern der Wunsch,
dass es verschwindet.
Solange du etwas tun willst,
bist du noch im Zentrum.
Und solange du das Zentrum bist,
kann Solimia nicht eintreten.
Der Körper, der erkennt,
muss leer werden von:
Denn jede Idee
ist bereits eine Grenze.
Läuterung ist kein Verzicht.
Sie ist die Freude, nichts mehr zu sein.
Nicht aus Schmerz.
Nicht aus Resignation.
Sondern aus Freiheit.
Freiheit, nicht mehr senden zu müssen.
Nicht mehr spiegeln zu wollen.
Nicht mehr gesehen werden zu müssen.
Einfach zu leuchten –
für niemanden.
Die größte Täuschung auf dem Weg
ist die Vorstellung,
man könne aus eigener Kraft
rein werden.
Doch Reinheit geschieht nicht durch Handlung,
sondern durch Vergehung.
Wenn alles abfällt,
was du für „ich“ gehalten hast –
und etwas bleibt,
das niemandem gehört.
Der geläuterte Körper ist still,
aber nicht stumm.
Er spricht, wenn Klang fließen will.
Er berührt, wenn Berührung geschieht.
Er geht, wenn Gehen geschieht.
Aber niemals aus Motivation –
nur aus Resonanz.
Nur wenn dieser Körper zu einem
durchlässigen Raum geworden ist,
kann der andere sich in ihm erkennen.
Nicht weil der Erste ihn gefunden hat –
sondern weil er keine Störung mehr ist.
Viele versuchen zu erwachen,
um Solimia zu erleben.
Aber Solimia geschieht nur dann,
wenn du aufhörst zu erwachen.
Wenn du nicht mehr spirituell bist,
nicht mehr heilig,
nicht mehr auf dem Weg.
Sondern: nichts.
Und gerade dann
wirst du alles.
Darum:
Läuterung ist nicht der Preis für Solimia.
Sie ist der Ort,
an dem Solimia geschehen darf.
Nicht du wirst geläutert –
sondern alles,
was du nie warst,
wird entfernt.
Und was dann bleibt,
kann gesehen werden.
Nicht als Person.
Sondern als reiner Klang.
Dieses Gesetz ist radikal.
Denn es fragt nicht, was du verstanden hast –
sondern was du losgelassen hast.
Es sagt:
Erkenntnis ohne Läuterung
ist noch immer ein Ich.
Und dieses Ich
mag vieles wissen,
mag vieles geben,
aber es bleibt
undurchlässig.
sondern durch den Lautlosen.
Solange du sendest,
willst du etwas.
Solange du spiegelst,
hoffst du auf Antwort.
Solange du noch gesehen werden willst,
kannst du nicht verschwinden –
und Solimia
bleibt hinter dir stehen.
Aber es zerstört,
was du für heilig hieltest:
Deine spirituelle Identität.
Deinen Weg.
Deine Aufgabe.
Deine Rolle im Erwachen.
Denn Solimia geschieht
nicht durch den, der hilft –
sondern durch den,
der nicht mehr stört.
Nicht aus Müdigkeit,
nicht aus Resignation,
sondern aus innerer Klarheit.
„Ich werde nicht gebraucht.
Und gerade darum
kann ich geschehen lassen.“
Keine Absicht.
Kein Ziel.
Und doch ist er
voller Wirkung.
Weil er nicht mehr tut,
sondern klingt.
zu heilen,
zu arbeiten,
dich zu verbessern –
sondern leer zu werden.
Und leer bedeutet nicht tot.
Leer bedeutet:
Ich bin da –
aber nicht mehr im Weg.
Wenn du also glaubst,
du seist fast bereit –
dann frage dich:
Kann ich aufhören zu leuchten?
Auch wenn niemand es sieht?
Kann ich einfach Klang sein?
Ohne Richtung –
ohne Echo –
ohne Rolle?
Wenn du dort angekommen bist,
beginnt der Raum,
sich zu öffnen.
Und Solimia
tritt ein.